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absatzwirtschaft

10.2.2024

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Von Andreas Marx

Impulse zur Circular Economy

In der Reihe „Circular Economy“ stellt die absatzwirtschaft jeden Monat die wichtigsten Ereignisse auf dem Weg in eine kreiswirtschaftliche Wirtschaft vor. Ob Maßnahmen von Unternehmen, Gesetzesänderungen oder Aktivitäten von NGOs: Die deutsche Wirtschaft bewegt sich.  

Wirtschaftsverbände fordern verpflichtende Mülltrennung

In einem gemeinsamen Schreiben fordern Wirtschafts- und Umweltverbände die EU-Institutionen dazu auf, die Trennung von Haushaltsmüll für ihre Mitgliedsstaaten verpflichtend zu machen. In dem Ende Januar veröffentlichten Schreiben betonen die Verfasser die Wichtigkeit, Restmüll vor der Verbrennung nach Wertstoffen zu sortieren. 

Ungewöhnlich an dem Schreiben ist, dass Wirtschafts- und Umweltverbände gemeinsam für eine Änderung der Abfallrahmenrichtlinie (ARRL) auftreten. So haben sich 19 Umweltschutzorganisationen und Wirtschaftsverbände zusammengeschlossen, darunter Zero Waste Europe, das Europäische Umweltbüro, der Verband der Europäischen Kunststoffverarbeiter, Flexible Packaging Europe, Metal Packaging Europe und die Europäischen Hersteller von expandiertem Polystyrol.

„Die Verschwendung von wiederverwertbaren Ressourcen, die ihren materiellen Wert durch Verbrennung und Deponierung verlieren, stellt ein erhebliches, aber vermeidbares Hindernis für die Verwirklichung der Kreislaufwirtschaft dar“, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben. Der Umweltausschuss des europäischen Parlaments will Mitte Februar über zahlreiche Änderungsanträge zur ARRL abstimmen. Mehr Infos finden Sie hier.

Einigung bei EU-weitem Recht auf Reparatur

Und nochmal Europa: Auf EU-Ebene soll ein sogenanntes Recht auf Reparatur für Verbraucherinnen und Verbraucher eingeführt werden. Unterhändler*innen des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich in der Nacht zum 2. Februar darauf, dass Hersteller bestimmter Produkte wie Kühlschränke, Staubsauger und Handys diese künftig auf Wunsch reparieren müssen.

Damit werde es erstmals ein Rechtsanspruch auf Reparatur bei sogenannter weißer Ware – darunter fallen vor allem Haushaltsgeräte – und typischen Alltagsprodukten wie Smartphones eingeführt. Künftig werde es einfacher und günstiger, Produkte reparieren zu lassen, anstatt sie neu zu kaufen.

NRW sucht beste Circular-Economy-Projekte

Unter dem Aufruf "Ressource.NRW" sucht die nordrheinwestfälische Landesregierung nach den besten Impulsen zur Circular Economy. So will man kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei Investitionen in innovative Maßnahmen fördern, 31,4 Millionen Euro stellen Land und EU.

Dabei sollen Investitionen in innovative Anlagen mit Demonstrationscharakter gefördert werden, die einen "wesentlichen Beitrag zur Ressourceneffizienz beziehungsweise zum Übergang in eine Circular Economy leisten und die in Deutschland noch nicht angewendet werden", heißt es auf der Website des Landes NRW. Antragsberechtigt sind KMU der gewerblichen Wirtschaft, die ihren Sitz oder eine Niederlassung in Nordrhein-Westfalen haben.